WILDBIENEN

Neben unseren Honigbienen (Apis mellifera) kümmern wir uns auch um das Wohlergehen und den Schutz von Wildbienen. Denn das medial so präsente Bienensterben betrifft vor allem wildlebende Bienen und nicht die Honigbienen, deren Population, insbesondere in den Ballungsräumen, momentan eher zunimmt.

Was sind Wildbienen?

Gehörnte Mauerbiene

Wildbienen sind keine wild lebenden Honigbienen! Wild lebende Honigbienen sind hierzulande bereits ausgestorben.

Eingeschleppte Parasiten und Krankheiten machen es den Honigbienen unmöglich, langfristig ohne imkerliche Maßnahmen zu überleben. Wenn ein Schwarm Honigbienen nicht vom Imker eingefangen wird, wird er vermutlich im Winter oder spätestens im Folgejahr sterben.
Alle Bienen  gehören zur Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera)  und zur Familie der Echten Bienen (Apidae). Die Unterscheidung findet auf der Ebene der Nutzung der Tiere statt. Wildbienen können genauso von den landwirtschaftlich genutzten und domestizierten Nutzbienen unterschieden werden, wie Wildpflanzen von Nutzpflanzen. Die Nutzbienen (Honigbienen und Erdhummeln) werden z.B. zur Gewinnung von Honig und Wachs oder zur gezielten Bestäubung in Gewächshäusern und Plantagen eingesetzt.

Gehörnte Mauerbiene im Anflug

In Deutschland leben über 550 Bienenarten (Westrich 2011). Zu den Wildbienen gehören nach dieser Definition auch die staatenbildenden Hummeln (Bombus), (Wespen (Vespula) und Hornissen (Vespa)). Aber auch Solitärbienen, wie die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta), die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) oder Kuckucksbienen, die ihre Eier in fremde Nester legen und die Aufzucht ihrer nächsten Generation anderen Bienen überlassen – eben wie der Kuckuck.

Übrigens sind auch Wildbienen nützlich. Ihre Bestäubungsleistung pro Individuum ist häufig höher, als die der Honigbienen, was jedoch durch die geringere Individuenzahl pro Fläche häufig in Vergessenheit gerät. Einige Arten fressen auch Blattläuse und andere

Schädlinge, die wir nicht gerne im Garten sehen.

Stechen Wildbienen?

Gemeine Löcherbiene

Allen Bienen dient der Stich als letzter Ausweg. Nach Möglichkeit wird er nie eingesetzt, da er entweder zum unmittelbaren Tod führt, oder die Neuproduktion des Giftes einen derartigen Stress auslöst, dass die Tiere in Folge des Stiches sterben.

Der Stich dient immer der Verteidigung des eigenen Lebens, des Volkes oder des Nachwuchses. Im Grunde reicht es das zu wissen – wer eine Biene, ihr Volk oder den Nachwuchs bedroht, muss mit einem Stich rechnen, also sollte man das lassen.

Viele Wildbienen können jedoch gar nicht stechen und – selbst wenn – wird der Stich einer anderen Wildbiene, anders als ein Stich der Honigbiene, staatenbildender Hummeln und Wespen, als wenig schmerzhaft, gar harmloser als eine Brennnessel beschrieben, der nach wenigen Minuten nachlässt.

 

Gefährdung – Bienensterben

Schwebfliege am blühenden Schnittlauch

Von den 557 Bienenarten in Deutschland sind bereits 39 Arten (7%) ausgestorben, weitere 228 Arten (41%) sind gefährdet und 42 Arten (8%) stehen auf der Vorwarnliste der Roten Liste (Rote Liste 2011). Als Ursachen hierfür sind der Literatur insbesondere die Entwicklung der Landwirtschaft, also die Zunahme des Maisanbaus, Ausbreitung der Monokulturen und Wegfall von Trittsteinbiotopen durch die Vergrößerung zusammenhängender Flächen der industriellen Landwirtschaft zu entnehmen. Auch die schwindende Vielfalt der oft lebensfeindlich gestalteten Hausgärten (Rasenflächen, Kiesgärten, Gabionenwände, Thujenhecken,…) trägt dazu bei. Das Nahrungsangebot, die Nistmöglichkeiten und der Zugang zu Baumaterial schwinden stetig und damit wird der Trend voranschreiten.

Ihr könnt dem entgegenwirken!

Die Gestaltung Eurer Gärten könnt nur Ihr in die Hand nehmen – auch wenn wir gerne und fachkundig beraten, fragt uns!

Eine wildbienenfreundliche Gartengestaltung kann alle Bedürfnisse der Wildbienen abdecken, das Nahrungsangebot, natürliche Nistmöglichkeiten und den Zugang zu Baumaterial. Viele Wildbienen sind zudem Blütenspezialisten. Das heißt, dass sie für Nahrungs- oder Brutzwecke auf eine bestimmte Pflanzenart angewiesen sind. Wenn diese Pflanze wegfällt und in Nachbarsgarten kein adäquater Ersatz bereitsteht, verschwindet die Population. Ein klassisches Beispiel ist der Efeu (Hedera helix), dessen Pollen eine notwendige Nahrungsquelle für die Aufzucht der Larven der Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae) darstellt. Leider geht der langjährige Trend zum Herausreißen des Efeus – und damit zum Zurückdrängen der Efeu-Seidenbiene.

 

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